Die Umsiedlung von 1939/1940

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"HEIM INS REICH" Der Hitler-Stalin-Pakt

"HEIM INS REICH"


Nach der Teilung Polens durch Deutschland und die UdSSR, mit der Besetzung von der Sowjetunion 1939, schlossen diese Regierungen am 28. September 1939 einen "Grenz- und Freundschaftsvertrag" mit einem "Vertrauliches Protokoll". Der Vertrag besiegelte das Schicksal der deutschen Volksgruppen in den von der Sowjetunion besetzten bzw. noch zu besetzenden Gebiete und bildete die Grundlage für die als "Heim ins Reich" bekannte Umsiedlungsaktion. Das "Vertrauliche Protokoll" sah wörtlich vor: "Die Regierung der Personen deutscher Abstammung, sofern sie den Wunsch haben, nach Deutschland oder in die deutschen Interessengebiete überzusiedeln, hierbei keine Schwierigkeiten in den Weg legen. Sie ist damit einverstanden, dass die Übersiedlung von beauftragten der Reichsregierung im Einvernehmen mit den zuständigen örtlichen Behörden durchgeführt wird und dass dabei die Vermögensrechte der Auswanderer gewahrt bleiben. Eine entsprechende Verpflichtung übernimmt die Deutsche Reichsregierung hinsichtlich der in ihren Interessengebieten ansässigen Personen ukrainischer oder weissrussischer Abstammung." Unterzeichnet wurde das Protokoll von den Aussenministern Ribbentrop auf deutscher und Molotow auf sowjetischer Seite.

 

Der Hitler-Stalin-Pakt


Was Hitler vorschwebte, liess er die Öffentlichkeit am 6. Oktober 1939 durch seine Rede vor dem Reichstag wissen und kündigte darin eine "neue Ordnung der ethnographischen Verhältnisse" in Europa an. Bereits vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurden als erste auslandsdeutsche Volksgruppe die Südtiroler für "höhere politische Reichsinteressen" geopfert. Um sein Bündnis mit Mussolini nicht zu belasten, schloss Hitler am 23. Juni 1939 ein Abkommen, das die Südtiroler vor die Alternative stellte, entweder für die deutsche Staatsangehörigkeit und damit für die Umsiedlung ins Deutsche Reich zu optieren oder in ihrer Heimat zu bleiben und damit ihr Deutschtum aufzugeben. Dies führte zu scharfen Auseinandersetzungen innerhalb dieser Volksgruppe.
Umsiedlungen größeren Ausmasses wurden in Osteuropa, das in den sowjetischen Interes-sensbereich gelangte, durchgeführt. Sie betrafen die Balten-, Wolhynien-, Galizien-, Bessarabien- und Dobrudschadeutschen.
Zum Zeitpunkt der Reichstagsrede Hitlers, war die Umsiedlung der Baltendeutschen aus Estland und Lettland bereits eingeleitet. Für die Wolhyniendeutschen, Galiziendeutschen und Deutschen des Narewgebietes waren die sowjetischen Streitkräfte bereits präsent, als sie von der Umsiedlung erfuhren, da diese Gebiete bis 1921 bereits einmal zu Russland gehörten. Während des Ersten Weltkrieges wurden die dort lebenden Deutschen von zaristischen Behörden nach Sibirien deportiert und kehrten erst wieder zurück als ihr Gebiet 1921 zu Polen zählte. Wiederum überrascht wurden sie am
17.09. 1939 vom Eindringen der Roten Armee, die Ostpolen besetzte. Durch einen "Grenz- und Freundschaftsvertrag" mit Deutschland ließ sich die Sowjetunion das eroberte polnische Territorium zusprechen.
Eine weitere Grundlage der Umsiedlung der Deutschen aus dem Gebiet des bisherigen Ostpolens (Westukraine, Narewgebiet, Hauland, Ruthenien, Wolhynien, Galizien) in der Zeit von 1939 bis 1940, bildete die "Deutsch-sowjetische Vereinbarung über die Umsiedlung der deutschstämmigen Bevölkerung aus dem zur Interessenzone der UdSSR und der ukrainischen und weissrussischen Bevölkerung aus dem zur Interessenzone des Deutschen Reichs gehörenden Gebiet des früheren polnischen Staates vom 16.11.1939", der die Umsied-lungsbedingungen regelte.
Im Vergleich zur vorhergehenden Baltenaktion (Lettland, Estland, Litauen) waren aufgrund des nun größeren Umfangs der Umsiedler mehr Behörden und Dienststellen notwendig, die nebeneinander unter Abgrenzung ihres Aufgabengebietes unter dem Reichsführer-SS der als Reichskommissar zur Festigung deutschen Volkstums tätig waren. Die wesentlichsten Dienststellen waren:

  • Das Aussiedlungskommando der Volksdeutschen Mittelstelle (Vomi), das die Umsiedler bis an die Grenze der Sowjetunion zum Generalgouvernement zu bringen hatte.
  • Der Chef der Ordnungspolizei, der für die Umsiedler während ihres Aufenthalts im Generalgouvernement verantwortlich war.
  • Die Deutsche Reichsbahn, die Beförderungen durchführte.
  • Die Volksdeutsche Mittelstelle, die für die Lagerbetreuung in Litzmannstadt, im Altreich und Sudetengau, im Einvernehmen mit den jeweiligen Gauleitern zuständig war.
  • Der Ansiedlungsstab des Höheren SS- und Polizeiführers Warthe, der aufgrund der Durchschleusungsergebnisse der Einwandererzentralstelle die Ansiedlung kontrollierte.
  • Der Reichsgesundheitsführer, der NSV und das Deutsche Rote Kreuz.

Dennoch spielte die Einwandererzentralstelle Litzmannstadt die wesentliche Rolle während der Umsiedlungsaktion.
Quellen: Diverse Bestände im Bundesdarchiv - EWZ, Vomi, RKF


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